HERMES – Unser HP EliteDesk 800 G5 Mini im Homelab
Start einer neuen Serie

In den kommenden Wochen werde ich Stück für Stück mein komplettes Homelab vorstellen. Ziel ist es, einen transparenten Einblick in meine aktuelle Infrastruktur zu geben und die Erfahrungen, die ich dabei sammle, zu teilen. Wer hier regelmäßig mitliest, weiß: Technik, Ordnung und ein gewisses Maß an Struktur sind bei mir keine Nebensache, sondern Teil des Hobbys.
Bevor wir das große Ganze betrachten, beginne ich mit einzelnen Geräten. Den Auftakt macht HERMES, unser HP EliteDesk 800 G5 Mini. Dieser kleine, aber sehr leistungsfähige Rechner übernimmt heute gleich mehrere wichtige Aufgaben in meinem Setup und bildet damit einen zentralen Baustein im Alltag.
Von Lenovo zu HP: Der Wechsel zu HERMES
Bevor wir uns Hermes genauer ansehen, ein kurzer Blick zurück. Zuvor hatte ich einen Lenovo ThinkCentre M900 Tiny Business PC im Einsatz. Auf dem Papier brachte dieser solide Hardware mit:
- Intel i5-6500T
- 8 GB RAM
- 256 GB SSD
- Windows 10 Pro
Für einfache Büro- und Standardaufgaben war das System absolut ausreichend, aber für meinen Zweck als Homelab-Host stieß ich schnell an Grenzen. Der entscheidende Punkt: fehlende Unterstützung für moderne Virtualisierungstechniken.
Der i5-6500T unterstützt zwar Intels Virtualization Technology (VT-x), aber nicht in der Ausprägung, die für Virtualisierung mit I/O-Durchreichung (VT-d) oder für erweiterte Container-/VM-Szenarien benötigt wird. Gerade wenn man mit Unraid oder Proxmox arbeiten möchte, ist das aber essenziell. Genau hier wurde der Lenovo zum Flaschenhals.
Die Konsequenz: Ein Umstieg musste her – und damit war Hermes geboren.
Hardware im Detail: Der HP EliteDesk 800 G5 Mini
Hermes basiert auf einem HP EliteDesk 800 G5 Mini. Das Gerät bringt die typischen Vorteile der EliteDesk-Serie mit:
- Prozessor: Intel i5 (8. Generation)
- Arbeitsspeicher: 8 GB DDR4 RAM (erweiterbar)
- Speicher: aktuell eine integrierte 256 GB NVMe SSD (HP OEM-Modell, siehe Fotos)
- Formfaktor: Ultra-kompakt, energieeffizient, leiser Betrieb
Was mir am EliteDesk gefällt: Trotz der kleinen Bauweise bekommt man ein erstaunlich robustes Gerät, das für Dauerbetrieb geeignet ist. 8 GB RAM sind nicht die Welt, aber für die Dienste, die Hermes aktuell übernimmt, absolut ausreichend.
Natürlich plane ich, die Speicherausstattung noch auszubauen – sowohl beim RAM als auch beim Massenspeicher. Dazu wird es in Zukunft einen separaten Beitrag geben, in dem ich den Ausbau dokumentiere. Für heute betrachten wir Hermes bewusst in der Werkseinstellung, so wie er aus der Schachtel kam.
Betriebssystem: Unraid als Basis
Hermes läuft mit Unraid – einem Betriebssystem, das in der Homelab-Szene extrem beliebt ist. Der Charme von Unraid liegt in seiner Flexibilität:
- einfache Verwaltung von Laufwerken
- Docker-Support direkt integriert
- Virtualisierung via KVM
- übersichtliches Webinterface
Für mich ist Unraid auf Hermes ideal, weil es sehr ressourcenschonend ist und dennoch viele Möglichkeiten bietet. Im Gegensatz zu „großen“ Servern mit Proxmox oder VMware möchte ich auf Hermes keine riesigen Virtualisierungs-Szenarien fahren, sondern gezielt Dienste bereitstellen, die ich regelmäßig nutze.

Hauptaufgaben von Hermes
Aktuell übernimmt Hermes drei zentrale Aufgaben in meinem Homelab:
1. Paperless-NGX – Papierloses Büro
Ein echtes Highlight ist die Einführung von Paperless-NGX. Ziel: mein Büro weitgehend papierlos organisieren. Dokumente werden gescannt, OCR-erkannt und zentral abgelegt. Paperless-NGX sorgt dafür, dass ich Rechnungen, Verträge und Belege jederzeit digital durchsuchbar habe. Hermes ist dafür perfekt geeignet: genug Leistung für OCR-Verarbeitung, gleichzeitig sehr zuverlässig im Dauerbetrieb.
2. AdGuard Home – DNS-Filter & Werbeblocker
Ein zweiter Dienst, der auf Hermes läuft, ist AdGuard Home. Damit fungiert der EliteDesk als zentraler DNS-Resolver im Netzwerk. Ergebnis: Werbung, Tracking und Schadseiten werden direkt auf DNS-Ebene gefiltert, bevor sie die Endgeräte erreichen. Für ein Homelab mit mehreren Nutzern und Geräten ist das nicht nur praktisch, sondern auch ein echter Sicherheitsgewinn.
3. Wiki.js – Technische Dokumentation
Der dritte zentrale Dienst ist mein Wiki.js. Hier dokumentiere ich meine komplette Infrastruktur, setze Anleitungen für mich selbst auf und halte Konfigurationen fest. Hermes liefert damit nicht nur produktive Dienste, sondern ist auch mein Gedächtnis für technische Projekte.
Fazit & Ausblick
Hermes ist im Homelab kein Gigant, sondern ein zuverlässiger Helfer im Hintergrund. Mit seinen 8 GB RAM und der aktuellen Ausstattung aus 256 GB NVMe und einer zusätzlichen SSD ist er natürlich kein Powerhouse wie Atlas, aber genau das macht ihn so interessant: Er erlaubt es mir, Dienste schlank und ressourcenschonend zu betreiben.
Seine Rolle ist klar definiert – Utility-Server für Paperless-NGX, AdGuard und Wiki.js – doch Hermes wird mehr als nur eine Nebenfigur bleiben. Gerade weil er nicht überdimensioniert ist, eignet er sich hervorragend, um neue Anwendungen auszuprobieren, bevor sie auf den größeren Systemen produktiv laufen.
Ich sehe Hermes daher als eine Art Spielwiese im Kleinen: Hier teste ich Updates, probiere Container aus und kann ohne großes Risiko Erfahrungen sammeln. Gleichzeitig entlastet er Atlas, indem er Dienste übernimmt, die nicht zwingend auf der Hauptmaschine laufen müssen.
In den kommenden Monaten wird Hermes also nicht nur stabil seine Kernaufgaben erledigen, sondern auch Experimentierfeld und Backup-Instanz sein. Sobald wir ihn mit mehr Speicher und einer zusätzlichen SSD ausstatten, öffnet das weitere Türen – sei es für erweiterte Caching-Funktionen, kleine Datenbanken oder zusätzliche Tools, die den Alltag erleichtern.
Und damit ist klar: Auch wenn Hermes „nur“ ein Mini-PC ist, wird er im Homelab seinen festen Platz behalten. Ein kleiner Gott mit großer Bedeutung.

